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Pflegeversicherung Zahlen aktuell

Pflegekassen rechnen 2026 mit einer Milliarde Euro Defizit

RVaktuell 2/2026

Die Finanzlage der gesetzlichen Pflegeversicherung hat sich seit Jahresanfang nach neuen Zahlen weiter verschlechtert. Im ersten Quartal habe die Pflegeversicherung ein Minus von 667 Mio. EUR verzeichnet, obwohl sie gleichzeitig 800 Mio. EUR aus einem Darlehen bekommen habe, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit, der auch die Pflegekassen vertritt. Für dieses Jahr rechnet er nun mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Vor rund drei Monaten hatte der Verband für 2026 noch einen Überschuss von 400 Mio. EUR erwartet. Eingerechnet ist den Angaben zufolge bereits das Darlehen des Bundes in Höhe von insgesamt 3,2 Mrd. EUR 2026. Das echte Ergebnis für dieses Jahr sei also ein erwartetes Defizit in Höhe von 4,2 Mrd. EUR, erläuterte der Verband.

Zuvor hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gewarnt, bereits in diesem Jahr sei die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährdet. „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demographischen Entwicklung zu erklären ist“, sagte sie jüngst der „Rheinischen Post“. In der Vergangenheit beschlossene Leistungsausweitungen würden sich rächen, argumentierte die Ministerin.

Nach den GKV-Zahlen werden die Mittel der Pflegeversicherung insgesamt am Ende dieses Jahres nur noch bei 4,3 Mrd. EUR liegen, wovon dann 4,2 Mrd. EUR Schulden gegenüber dem Bund seien. Die Regierung muss laut GKV-Vorstandsvorsitzendem Oliver Blatt „jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar“. Der Verband bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf der Pflegeversicherung für das kommende Jahr auf rund 10 Mrd. EUR. Für die Finanzierung der laufenden Pflegekosten rechne man mit einem zusätzlichen Bedarf von 7,5 Mrd. EUR, hieß es. Damit die Pflegeversicherung auch in einnahmeschwachen Monaten stets voll leistungsfähig sei, brauche es für den sog. Ausgleichsfonds außerdem zusätzliche Mittel in Höhe von 2,5 Mrd. EUR.

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